Am Donnerstag, dem 27. November 2025, schoss die PUMA SE-Aktie um 13,35 % in die Höhe – ein unerwarteter Sprung, der Anleger und Analysten gleichermaßen überraschte. Der Kurs kletterte auf 19,340 €, nachdem er am Vortag bereits um 7,31 % gestiegen war. Die Börse in Frankfurt reagierte mit gemischten Gefühlen: Während der DAX nur um 0,2 % auf 23.763 Punkte zulegte, explodierte PUMA – ein Signal, das weit über das Unternehmen hinausreicht. Die Ursache? Bloomberg berichtete von konkreten Übernahmeüberlegungen aus Asien – und plötzlich war die deutsche Sportmarke aus Herzogenaurach wieder das Gesprächsthema Nummer eins.
Was treibt den Kurs? Die Asiaten kommen
Die Kurssprünge waren kein Zufall. Laut Bloomberg prüfen mehrere asiatische Sportkonzerne eine Übernahme von PUMA. Als Hauptinteressenten wurden Anta Sports Products aus China, Li Ning und die japanische Firma Asics Corporation genannt. Der Markt reagierte sofort: Um Mittag lag der Kurs bei 19,52 € – ein Plus von 14,8 %. Trader sprachen von einem "klaren Katalysator". Kein Gewinnbericht, keine neue Kollektion – nur ein Bericht, der die Branche aufmischte.Das ist kein gewöhnlicher Tag. PUMA war im Jahr 2025 bislang ein Sorgenkind. Mit einem Kursverlust von 57,86 % seit Jahresbeginn und einem Einbruch von fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr galt die Aktie als unterbewertet – oder als veraltet. Doch jetzt? Jetzt könnte eine Übernahme die Rettung sein. Und das nicht nur für Aktionäre, sondern auch für die 14.000 Mitarbeiter weltweit, die sich fragen, ob ihre Arbeitsplätze sicher sind.
Warum gerade jetzt? Der Hintergrund
PUMA hat seit Jahren mit der Dominanz von Nike und Adidas zu kämpfen. Trotz innovativer Designs und nachhaltiger Produktion – die Marke verlor an Dynamik. Der Umsatz stagnierte, die Margen schrumpften. 2024 endete die Bilanz mit einem Jahreskurs von 44,36 €. Heute liegt er bei knapp 20 €. Der Absturz war dramatisch, aber nicht unerwartet.Asiens Sportbranche hingegen wächst. Anta Sports, der größte chinesische Sportausrüster, hat in den letzten Jahren mehrere europäische Marken übernommen – darunter Fila und Descente. Li Ning, einst ein Nischenanbieter, ist heute ein staatlich unterstützter Champion mit globalen Ambitionen. Und Asics? Das japanische Unternehmen, bekannt für Laufschuhe, sucht nach Wachstum jenseits der Heimatmärkte. Für sie wäre PUMA eine perfekte Ergänzung: eine europäische Marke mit Lifestyle-Image, die in Nordamerika und Asien noch nicht voll ausgeschöpft ist.
Was bedeutet das für den DAX und den MDAX?
Während PUMA durch die Decke ging, bewegte sich der DAX kaum. Jürgen Molnar, Strategist bei RoboMarkets, kommentierte: "Die Scharte aus der Vorwoche ist ausgewetzt, Unterstützungen haben gehalten und wichtige Linien wurden zurückerobert – der Dax ist wieder zurück in der Spur." Doch das ist kein Zeichen von Stärke – eher von Gleichgültigkeit. Der DAX ist ein Index, der von Giganten wie Volkswagen, SAP und Siemens getragen wird. PUMA ist ein kleiner Fisch. Doch genau deshalb ist sein Sprung so bemerkenswert.Der MDAX, der mittelständische Index, stieg nur um 0,55 %. Das zeigt: Der Anstieg ist nicht Teil eines breiteren Trends. Es ist ein Einzelfall – ein einzelner Konzern, der durch spekulative Hoffnung angetrieben wird. Kein Wunder, dass die US-Börsen, die wegen Thanksgiving geschlossen waren, kaum Einfluss hatten. Die Bewegung kam aus Europa – und sie kam aus China.
Was kommt als Nächstes?
Die nächste große Hürde: der Quartalsbericht von PUMA am 19. März 2026. Bis dahin bleibt die Aktie hochgradig spekulativ. Wenn die Übernahmegerüchte weiterhin Bestand haben, könnte ein offizielles Angebot schon in den nächsten Wochen kommen. Doch wenn nicht? Dann könnte der Kurs genauso schnell wieder fallen, wie er gestiegen ist.Andere Aktien profitierten ebenfalls: Deutsche Börse stieg um 2,6 %, nachdem JPMorgan die Aktie auf "Overweight" hochstufte. Vonovia und Autodesk erhielten ebenfalls Auftrieb – aber das sind klassische Fundamentalanalysen. Bei PUMA geht es um Spekulation. Um Glauben. Um die Vorstellung, dass ein deutsches Traditionsunternehmen plötzlich wieder relevant wird – durch fremde Hand.
Warum ist das wichtig für dich?
Weil es zeigt, wie schnell Märkte reagieren – und wie wenig sie manchmal mit Realität zu tun haben. PUMA hat noch nicht einmal ein Angebot erhalten. Aber der Markt hat bereits entschieden: Es könnte sein. Und das reicht. Für Anleger bedeutet das: Vorsicht. Für Fans der Marke: Hoffnung. Für die Branche: Ein neues Kapitel.Frequently Asked Questions
Warum ist PUMA so stark gefallen, bevor die Aktie jetzt sprang?
PUMA litt unter steigendem Wettbewerb durch Nike und Adidas, einem schwachen US-Markt und einer verhaltenen Nachfrage nach Sportmode in Europa. Der Jahresverlust von 57,86 % seit Januar 2025 spiegelt jahrelange strategische Schwächen wider: zu wenig Innovation in digitalen Kanälen, langsame Anpassung an Nachhaltigkeitstrends und ein zu starkes Vertrauen auf die klassische Sportler-Positionierung. Die Übernahmegerüchte sind der erste Hoffnungsschimmer seit Jahren.
Welche Rolle spielen Anta Sports und Li Ning bei der Übernahme?
Anta Sports, Chinas größter Sportausrüster, hat bereits mehrere europäische Marken übernommen und sucht nach globaler Reichweite. Li Ning, ein staatlich gefördertes Unternehmen, will mit PUMA die westliche Lifestyle-Bewegung erobern – und PUMA bietet genau das: europäisches Design, globale Reichweite und ein starkes Branding. Beide könnten PUMA als Sprungbrett in den US- und europäischen Premium-Markt nutzen – ohne eigene Marke aufbauen zu müssen.
Ist die Übernahme realistisch, oder nur Spekulation?
Die Gerüchte sind glaubwürdig, denn Anta und Li Ning haben die Kapazität und das Interesse. PUMA ist mit einem Marktwert von etwa 2,3 Milliarden Euro (Stand 27.11.2025) erschwinglich – und strategisch attraktiv. Allerdings müsste eine Übernahme europäische und chinesische Wettbewerbsbehörden passieren, was Jahre dauern könnte. Der Kursanstieg spiegelt also mehr Hoffnung als Gewissheit wider.
Was bedeutet das für PUMA-Mitarbeiter in Herzogenaurach?
Eine Übernahme könnte Arbeitsplätze gefährden – besonders in der Verwaltung und Logistik, wo sich Schnittstellen überlappen. Aber sie könnte auch Investitionen in Forschung und Marketing bringen, die das Unternehmen sonst nicht finanzieren könnte. Die Mitarbeiter in Herzogenaurach stehen an einem Wendepunkt: entweder wird die Marke neu belebt – oder sie wird als Marke abgewickelt. Die Zukunft hängt vom Übernahmeangebot ab.
Warum stieg die Aktie nicht, als PUMA früher Gewinne meldete?
Weil die Märkte nicht mehr auf Gewinne reagieren, sondern auf Transformation. PUMA meldete 2024 einen Gewinn von 1,89 € pro Aktie – doch das wurde als "nicht genug" abgetan. Erst als die Möglichkeit einer Übernahme durch asiatische Giganten aufkam, sahen Investoren einen Ausweg aus dem Abwärtstrend. Es geht nicht um das, was war – sondern um das, was sein könnte.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angebot kommt?
Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit auf 40 bis 50 % bis März 2026. Die größte Hürde ist nicht das Geld, sondern die Politik: China und die EU haben unterschiedliche Ansichten zu ausländischen Übernahmen. Ein Angebot könnte auch von Asics kommen – doch die Japaner sind vorsichtiger. Am wahrscheinlichsten ist ein Angebot von Anta, das bereits Erfahrung mit europäischen Übernahmen hat und die nötigen Mittel besitzt.